Einführung in die Filmsoziologie (Sommersemester 2005)
“Denn es gibt bedeutungslose Worte, aber kein bedeutungsloses Bild.”
Béla Balázs
“Film ist Wahrheit. 24mal in jeder Sekunde.”
Jean-Luc Godard
In seiner gut 100jährigen Geschichte hat sich das Medium „Film“ sowohl durch veränderte Distributionsarten als auch Produktionspraktiken sehr stark verändert. Dieser Wandel hat alle Genres und Spielarten des Films, sei es z.B. der klassische Spielfilm (von „Metropolis“ bis „Matrix“) oder der Dokumentarfilm (von „Nanook, der Eskimo“ bis „Bowling for Columbine“) erfasst. Diese Entwicklung wurde von Anfang an von einer wissenschaftlichen Debatte über die Wirkung, Rezeption und Ästhetik des Mediums begleitet.
Worin liegt nun das spezielle Interesse der Soziologie? Drei Aspekte sind für das Fach von besonderer Bedeutung: (1.) Die Widerspiegelung von Gesellschaft und Zeitgeist in Filminhalten, (2.) die Rezeption des Filmes durch den Zuschauer samt ihren Auswirkungen und (3.) die Filmindustrie an sich.
Das Seminar soll einen Einblick in das komplexe Forschungsfeld der Soziologie des Films geben, dies beinhaltet zum einen theoretische Grundlagen, wie die Klassiker der Filmsoziologie (u.a. Walter Benjamin und Siegfried Kracauer), aber zum anderen auch aktuelle Forschungsansätze aus dem Bereich der „Cultural Studies“. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Seminars ist die Vermittlung von Methoden der Film- und Inhaltsanalyse, die anhand von diversen Filmbeispielen praktisch angewandt werden sollen.
Literatur: siehe Seite zur Filmanalyse
Anhand der Filme aus der Zeit der Weimarer Republik (und insbesondere am Film “Das Kabinett des Dr. Caligari“) macht der Filmsoziologe Siegfried Kracauer seine Theorie vom Zusammenhang zwischen Film und Gesellschaft deutlich.
“Das Kabinett des Dr. Caligari” (Robert Wiene, 1920)